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Förderverein war auf Exkursion

Am Samstag, dem 04.05.2019 organisierte der Förderverein "Römisches Bad" aus Wurmlingen eine Busexkursion nach Freiburg und nach Vörstetten. Mit von der Partie war auch der Geschichtsverein des Landkreises mit dem solche Kooperationen und gemeinsamen Exkursionen schon des Öfteren unternommen wurden. Eine Fahrt in den Frühling sollte es bei der Programmaufstellung im Herbst letzten Jahres werden. Die Wetterprognosen sagten jedoch leider eher nasskaltes Museumswetter voraus und so sollte es sich auch einstellen.

Mit deutlicher Busverspätung aber nicht weniger froh gelaunt machte sich die 46-köpfige Schar auf den Weg Richtung Freiburg. Dort wurde das archäologische Museum im Colombi-Schlössle besucht. Bei einer Führung in zwei Gruppen waren hier für den Förderverein natürlich die Römer das Hauptthema und nicht ohne Stolz wurde die Führerin darauf aufmerksam gemacht, dass drei ganz besondere der dort ausgestellten Exponate aus der Grabung in Wurmlingen stammen: Der Gullydeckel und die Pantherfibel. Wegen einer aktuellen Themaausstellung vorübergehend leider in den Keller verstaut und deshalb nicht zu sehen war das schöne Modell des Holzspeichers, den die Alamannen nach Verlassen der Römer unmittelbar in den Steinmauern des Badgebäudes errichteten.

Im Colombi-Schlösschen in Freiburg gab es bei einer Führung nicht nur eine interessante Ausstellung und einzigartige Exponate zu bestaunen. Auch die im Stil englischer Neugotik von 1859 bis 1861 erbaute Villa beeindruckte sichtlich.

Mit einem aufrichtigen Dankeschön und vom einen oder anderen auch ausgesprochenen Versprechen, beim schönerem Wetter wieder einmal nach Vörstetten zu kommen, verabschiedete man sich von Dr. Geuenich mit einem kleinen Präsent und einem Geschenkkarton mit allerlei Spezialitäten vom Gold der Heimat.

Prof. Dr. Dieter Geuenich

Nach einem anschließenden Spaziergang durch die Altstadt, einem kurzen Besuch des Freiburger Münsters, einer Marktwurst oder einem wärmenden Kaffee oder Tee führte die Fahrt dann weiter nach Vörstetten. Dort wurde die Gruppe bereits von Prof. Dr. Dieter Geuenich erwartet, der als profunder Kenner und Historiker das Alamannen-Museum Vörstetten vorstellte und sehr anschaulich und verständlich sowohl durch die Geschichte als auch das Museum führte. „Alamanni“ nannten die Römer ihre Nachbarn  im Vorfeld der römischen Reichsgrenze am Rhein. Was haben sie von den Römern gelernt und wie haben sie sich gekleidet, gelebt und ernährt? Auf diese und weitere Fragen gaben sowohl das Museum und ganz besonders fundiert natürlich Prof. Dr. Geuenich Antwort. Das Museum präsentiert die Geschichte der Alamannen sowohl in einem klassisch musealen Teil als auch in einem schönen Freigelände, wo ein frühmittelalterliches Alamannendorf rekonstruiert wurde. Für dieses rd. 4.000 m² große Außengelände mit und insbesondere das beeindruckende Wohnstallhaus hätte man sich sehr gerne noch etwas mehr Zeit genommen. Der nasskalte Schneeregen animierte dazu allerdings nicht besonders. Und so mehr nutzte man die Gelegenheit, sich in aller Ruhe im warmen und trockenen Museum von Prof. Dr. Geuenich in die Geschichte entführen und von ihm sehr viele Blickwinkel und historisch auch nicht immer ganz so eindeutige und von ihm auch hinterfragte Aspekte aufzeigen zu lassen.

Mit viel Aufmerksamkeit und zum Schluss auch herzlichem Beifall zeigten sich die Teilnehmer beeindruckt und dankbar für die äußerst fundierten und informativen, gleich wohl aber auch sehr kurzweiligen Ausführungen.

Einen schönen Abschluss fand der Tag am späten Nachmittag in der dem Museum gleich gegenüberliegenden Gaststätte, bevor es dann wieder aufgewärmt, satt und um viele geschichtliche Informationen zu den Römern und Alamannen über die mittlerweile schneebedeckten Höhen des Schwarzwaldes wieder zurück in heimatliche Gefilde ging.

 

 

 

25 Jahre Grabungsbeginn an der römischen villa rustica

Wer erinnert sich noch daran, dass die Gemeinde 1993 im Zusammenhang mit der Bebauungsplanung des Baugebietes „Weilenweg“ die Gemeinde erstmals vom Landesdenkmalamt darüber informiert wurde, dass mitten im neu geplanten Baugebiet ein römischer Gutshof liegt? Diese Nachricht wurde seinerzeit in der Gemeinde mit zwiespältigen Gefühlen aufgenommen. Zwar hat man sich damals über diese für die örtliche Siedlungsgeschichte doch bedeutende Entdeckung gefreut, im Hinblick auf eine mögliche Gefährdung der dort geplanten Erschließung aber auch große Sorge gehabt.

Im Sommer 1994 wurde das Haupthaus der Wurmlinger Villa Rustica freigelegt. Der in der nordwestlichen Ecke liegende und in die Erschließungsstraße ragende kleine Teil des Kellers wurde bereits im November freigelegt, vermessen, detailliert aufgenommen und letztlich für die Überbauung freigegeben.

In Verhandlungen mit dem Landesdenkmalamt konnte dann erreicht werden, dass noch im Herbst 1993 mit einer vierwöchigen der Ausgrabung des durch die Erschließungsstraße bedrohten Teils des Hauptgebäudes des Gutshofes begonnen wurde. Die beiden „großen“ Grabungskampagnen waren dann von Mitte Juli bis Mitte September 1994, in der das restliche Hauptgebäude freigelegt wurde sowie von Mitte Juli bis Mitte Oktober 1995, als schließlich auf Drängen der Gemeinde auch die Reste der beiden weiteren zum Gutshof gehörenden und südlich liegenden Gebäude freigelegt wurden.

In mühevoller Kleinarbeit wurde von vielen Archäologiestudenten Schicht für Schicht abgetragen, die Funde fein säuberlich dokumentiert und die Erkenntnisse ausgewertet.

Mit großem Interesse aber auch mit Spannung wurden damals in Wurmlingen die Arbeiten der Grabungsteams um Marcus Reuter verfolgt. Zahlreich interessante Erkenntnisse und auch etliche ganz besonderen Funde wie der Adlerkopf oder der Wurmlinger Gullideckel haben eindrucksvoll bestätigt, dass diese Grabung in vielerlei Hinsicht richtig war. Und nicht zuletzt auch wegen des bis heute archäologisch einmaligen Befundes und Nachweises der unmittelbar anschließenden alemannischen Besiedelung im freigelegten Badgebäude. Am Ende der Grabungskampagnen und deren Auswertung wurde deshalb schließlich vom Denkmalamt festgestellt, dass das Badgebäude ob seines besonderen, ja einmaligen Befundes als Kulturdenkmal erhalten werden muss. Nach intensiven Diskussionen in der Gemeinde und im Gemeinderat erfolgte dann 24.04.1997 der Spatenstich für das heutige Schutzhaus. Dieses wurde schließlich am 08.05.1998 eingeweiht und seither sind die Wurmlinger wohl alle recht stolz, auf diese sehr ansprechende Art und Weise ein Teil ihrer Geschichte so anschaulich und unverfälscht präsentieren und erlebbar machen zu können.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Fördervereins Römisches Bad am kommenden Freitag um 19.30 Uhr im Gasthaus „Traube“ wird es mit einigen Bildern einen kleinen Rückblick an den Grabungsbeginn und die drei Grabungskampagnen geben, die seinerzeit unter der Leitung des Landesdenkmalamtes und vor Ort in Persona von Marcus Reuter geleitet wurden. Er wird als ganz besonderer Gast an diesem Abend anwesend sein und neben seinem Hauptvortrag „Gefährliches Pflaster – Kriminalität im Römischen Reich“ ganz bestimmt auch zur seinerzeitigen Grabung interessante Anekdoten und Geschichten aus dem Nähkästchen erzählen können. Mit Sicherheit ein spannender und unterhaltsamer Abend, zu dem wir herzlich einladen.

So sah es am heutigen Etterweg im September 1994 aus. Das Hauptgebäude war freigelegt und die Erschließungsstraße gebaut. Noch unter der Erde schlummerten südlich anschließend das mittlere Gebäude und das Badgebäude und warteten darauf, freigelegt und mit ihren archäologischen Besonderheiten und Schätzen entdeckt zu werden.

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